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Schöllkraut
(Chelidonium Majus)
Volksname: Schellkraut, Wasserkraut, Maikraut


Pflanzenbeschreibung:
Das Schöllkraut gehört zur Familie der Mohngewächse. Es wird 30 - 70 cm hoch.

Die aufrechten, stark verzweigten Stengel sind haarig.

Die Blätter sind wechselständig angeordnet. Während sie an der Unterseitemeergrün sind, sind sie an der Oberseite blaßgrün.

Die Blüten stehen in 2 - 7 kleinen Dolden zusammen. Sie bestehen aus zwei gelben Kelchblättern, vier leuchtend gelben Kronblättern und zahlreichen Staubblättern.

Für seine Verbreitung hat sich das Schöllkraut etwas Besonderes ausgedacht. Es lässt seine Samen von Ameisen verschleppen.

Blütezeit: April bis Oktober

Sammelzeit:
Diese Pflanze ist giftig und sollte deshalb nicht gesammelt werden.


Standort/Vorkommen:
Es säumt Wege, Zäune, Mauern, Hecken und Waldränder.

Heilwirkung:
Das Schöllkraut ist sehr genau erforscht. Viele der Wirkstoffe sind in medizinischen Versuchen auf ihre Wirksamkeit getestet worden.
Das Alkaloid Chelidonin lähmt die motorischen Endplatten; es löst Krämpfe. Deshalb wird es manchmal bei Magen-Darm-Koliken oder bei Gallenblasenkrämpfen verordnet.

Schöllkraut wirkt harntreibend, abführend, blutreinigend und beruhigend.

Diese Pflanze stärkt das Herz und senkt den Blutdruck sowie den Blutzucker.

Schöllkraut besitzt einen orange-gelben Milchsaft, der äußerlich angewendet Warzen und Flechten vertreibt.

Wirkstoffe:
Alkaloide, Opiumalkaloide, Carotinoide, Fermente, Chelidonsäure, etwas Vitamin C,
ätherisches Öl...

Nebenwirkungen:
Innerlich darf man das Schöllkraut nur in Abstimmung mit dem Arzt einnehmen!!!
Es sind bereits mehrere schwere und auch tödliche Vergiftungen beschrieben worden!!!

Der Milchsaft enthält 10 Alkaloide, die u.a. leicht narkotisch wirken.


geschichtlich/mystisch:
Der Gebrauch von Schöllkraut ist schon sehr alt. Schon bei Theophrast (372 - 287 v. Chr.) kann man lesen, daß er diese Heilpflanze bei Gelbsucht, Leberschwellung, Gallensteinen und Verstopfung verordnete.

Der Volksmund nennt das Große Schöllkraut auch Hexenmilch oder Warzenkraut.

Es gibt zwei Vermutungen darüber wie die Pflanze zu ihrem Namen kam:
Das griechische "chelidon" heißt zu deutsch Schwalbe. Nach dem römischen Historiker und Schriftsteller Plinius erhielt die Pflanze diesen Namen, weil die Schwalben mit dem Saft des Schöllkrauts angeblich ihren Jungen die Augen öffnen würden.
Eine andere Theorie lautet: Mit der Ankunft der Schwalben beginnt die Pflanze zu blühen, mit dem Abzug der Schwalben welkt sie.