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Ringelblume
(Calendula Officinalis L.)
Volksname: Sonnenwendblume, Ringelrose, Totenblume, Studentenblume, Goldblume


"Sie leuchtet wie eine kleine Sonne und erfreut nicht nur das Auge,
sondern auch das Gemüt."

Pflanzenbeschreibung:
Die Ringelblume ist ein Korbblütengewächs.
Es gibt etwa 20 Ringelblumenarten.

Der oft rauhe und behaarte Stengel der Ringelblume wird bis zu 70 cm hoch.

Ihre leuchtend gelben bis ins orangene gehenden Blüten erreichen oft einen Durchmesser von
bis zu 4 cm.

In vielen Gärten hat sie inzwischen als Zierpflanze ihren Einzug gehalten, doch sie kann mehr als nur hübsch aussehen.

Blütezeit: Sie blüht bei uns (Schleswig-Holstein) vom Juni bis Ende September.

Sammelzeit
Die ganzen Blüten werden vom Juni bis in den Oktober hinein gesammelt.

Standort/Vorkommen:
Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum, ist aber schon seit über 500 Jahren bei uns heimisch.

Heilwirkung:
Der Pflanzenschleim, die Harze und Wachse geben ihr eine pflegende Kraft.

Ihre Enzyme können unseren Stoffwechsel gut steuern.

Durch die Flavonoide wirkt die Ringelblume schmerzlindernd und antibiotisch.

Die Saponine bilden in Wasser eine seifenartige Lösung und können so als Grundlage für Emulsionen dienen. Auserdem wirken sie pilzabtötend.

Die Ringelblume enthält noch Apfelsäure, die heute vielfach als Pflegemittel verwendet wird, da sie das Hautbild verbessern kann.

Die Ringelblume läßt Riß-,Quetsch- und Schürfwunden besser verheilen.

Sie hilft bei schlechtheilenden Wunden, gegen Nagelbettentzündung und bei Geschwüren.

In der Volksmezizin hat die Ringelblume einen guten Ruf als "Warzenbefreierin.

Ringelblumen-Gurgelwasser lindert Entzündungen im Zahnfleishcentzündungen, sowie alle Entzündungen des Mund- und Rachenraumes.

Ringelblumen-Umschläge sind gut bei Verstauchungen und Verrenkungen.

Übrigens: Ringelblumensalbe lindert auch den Juckreiz bei Neurodermitis.

Als Tee hat sie eine krampflösende und Wirkung und wird deshalb oft gegen Periodenschmerzen eingesetzt.
Auch zur Blutreinigung ist Ringelblumen-Tee gut.
Leider ist die innerliche Anwendung der Droge stark rückläufig.
Sie gilt in den Teemischungen nur noch als schönende Beigabe.

Wirkstoffe:
Die Ringelblume enthält ätherisches Öl, Calendula-Sapogenin, Saponine, Glykoside, Carotinoide, Xanthophylle, Bitterstoffe, Schleime, Flavonoide, Fermente und organische Säuren.

Pflanzenbotschaft:
"Zeige mir deine Wunden, und ich verbinde sie."

Psychisch-seelische Wirkung:
Calendulaöl hilft aufgeriebenen und wunden Seelen.
Es beschwichtigt, tröstet und pflegt die seelischen Wunden.

Nebenwirkungen:
Eine Ringelblumen-Allergie tritt selten auf und Nebenwirkungen bei der Anwendung von Ringelblumen sind nicht bekannt.


geschichtlich/mystisch:
Die Ringelblume wurde 1500 - 1577 von Pierandrea Matthiolus bereits als Krebstherapeutikum verwendet. Heutige Untersuchungen bestätigen, daß die Ringelblume tatsächlich krebshemmende Stoffe enthält.

Die medizinischen Eigenschaften der Ringelblume sind seit dem Altertum bekannt.
Vom 12. Jahrhundert an wuchs Calendula auch in deutschen Klostergärten.

Die Heilkraft der Ringelblume geriet lange in Vergessenheit.
1861-1865, im amerikanischen Sezessionskrieg besann man sich ihrer wieder. Die Medikamente waren ausgegangen und die Ärzte und Feldscherer griffen nun auf das alte Wissen zurück.

Pfarrer Kneipp beobachtete diese Pflanze und fand heraus:
"Die Ringelblume hat etwas gescheites. Wenn sie morgens nach sieben Uhr noch geschlossen ist, dann regnet es gewiß noch an diesem Tag; geht sie aber zwischen sechs und sieben Uhr auf, dann regnet es sicher nicht."
Eigenartig ist auch, wie sich der Geruch der Pflanze verändert, wenn sich das Wetter ändert.
Bei bedecktem Himmel riecht sie eher modrig-dumpf, bei vollem Sonnenschein balsamisch.
Für die Aromatherapie bedeutet dieses, daß sie nur bei Sonnenschein geerntet werden darf.

Die Namen, die man der Ringelblume gab, geben oftmals Auskunft über ihre Heilkräfte und Anwendungen:
    Totenblume - weil sie vielerorts auf Grabstätten zu finden war.
    Wucherblume - weil sie eine fast unerschöpfliche Vegetationskraft hat und sich ständig weiter verbreitet.
    Warzenblume - weil sie ein gutes Mittel gegen Warzen und Hühneraugen ist.
    Regenblume - weil man an ihr ablesen kann ob es an diesem Tag regnen wird.
    Sonnenwende - weil ihre Blüten sich der Sonne zuwenden und sich dem Regen verschließen.

Wegen ihres hohen Farbstoffgehaltes wurde die Ringelblume früher in der Textilindustrie benutzt.

Nicht nur Heilkräfte wurden der Ringelblume nachgesagt... ...so glaubten die Menschen früher(?) daß jemand, der eine Ringelblume zusammen mit einem Wolfzahn in ein Lorbeerblatt einwickelt und immer bei sich trägt, nie ein böses Wort hören würde.
Wer bestohlen worden was, der sollte Nachts eine Ringelblume unter sein Kopfkissen legen. Dann würde er am nächsten Tag schon wissen, wer der Dieb gewesen sei.

In der Blumensprache der Romantik bedeutet die Ringelblume:
"So unendlich wie der goldige Ring dieser Blume ist die Lauterkeit meiner Liebe."



                          Rezepturen


Ringelblumen haben einen leicht pfeffrig-säuerlichen Geschmack.


                         Ringelblumenbutter

Man vermengt warme weiche Butter
mit zerquetschten Ringelblumenblütenblättern im Verhältnis 1:1.

Nun wird die Butter etwa 2-3 Stunden gekühlt.

Die Butter wird gegessen oder auf schmerzende Gelenke und Muskeln gerieben, und sie hilft sogar bei Bauchschmerzen.

(Wie man Rosenbutter macht, kannst Du hier nachlesen.)



Erste Hilfe bei Insektenstichen

Brich eine Ringelblume vom Stängel, zerdrücke das Stück und reibe den austretenden Saft auf Deine Wunde.
Das lindert den Schmerz oder Juckreiz, desinfiziert die Wunde und verhindert zu starke Schwellungen.

(Hier findest Du einen weiteren "Erste-Hilfe-Tipp".)

(Die Rezeptur meiner guten Salbe - "Ringelgänse" - findes Du hier.)