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Mistel
(Viscum Album L.)
Volksname: Vogelmistel, Glückszweig, Hexenbesen


Pflanzenbeschreibung:
Die Mistel ist eine Halbschmarotzerpflanze.
Dieser kahle immergrüne Strauch wächst in den Kronen der Nadel- und Laubbäume.
Im Gegensatz zu Schmarotzern baut die Mistel ihre Kohlehydrate selber auf, lediglich das Wasser wird von der Wirtspflanze abgezapft.

Die Wurzeln dringen mit Hilfe einer besonderen chemischen Substanz unter die Rinde vor.

Die ganze Pflanze ist gelblich oder olivgrünlich und lederartig.
Die ledrige Oberfläche schützt diese Pflanze im Winter vor dem Erfrieren.

Die Stengel zerteilen sich in zahlreiche gegliederte Äste, welche am Ende stets nur ein Paar gegenständige, dicke, lederartige, etwas sichelförmige Blätter haben.

Die Mistelblüte ist gelblichgrün.

Im Dezember reifen die fleischigen, weißen, erbsengroßen Früchte, die nicht für den Verzehr geeignet sind.

Blütezeit: März bis April

Sammelzeit
Die Zweige und Blätter werden im Spätherbst oder Winter - noch bevor die Früchte reifen - gesammelt.

Standort/Vorkommen:
Die Mistel wächst überall in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Heilwirkung:
Misteltee wird in der Volksmedizin bei Epilepsie, Krämpfen und Blutstörungen angewendet.

Der Misteltee hilft bei vielen neurologischen Störungen.

Mistel lindert auch Schmerzen.

Daneben hat die Mistel in jüngster Zeit eine zusätzliche Bedeutung in der Krebstherapie erhalten;
bei bestimmten Tumorarten kann man Mistelpräparate in die Haut injizieren.
Dies ist aber nur eine unterstützende Therape, die nur von Fachleuten durchgeführt werden darf.

Das Homöopathikum Viscum album wird verschiedenartig verwendet.
Man gebraucht es zur Hebung des Wohlbefindens bei älteren Leuten, zur Vorbeugung und Linderung arteriosklerotischer Beschwerden sowie gegen Schwindelanfälle und epileptische Zustände.

Wirkstoffe:
Cholin, Alkaloide, Inosit, Xantophyll,Amine, Schleimstoffe, Viscotoxine, Flavonoide

Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.


geschichtlich/mystisch:
Die arzneiliche Verwendung der Mistel läßt sich bis ins fünfte vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgen.
Im ersten Jahrhundert nach Christus findet man bei Plinius den Hinweis, daß die Mistel gegen Fallsucht und Schwindelanfälle hilfreich sei.

Hieronymus Bock (1498 - 1554) und P. A. Matthiolus (1501 - 1577) übernehmen das und fügen hinzu, daß die Mistelsalbe Geschwüre und eitrige Wunden heile.

Im angelsächsischen Sprachraum dient die Mistel als Wiehnachtsschmuck über Türbögen, und wenn ein Junggeselle die Angebetete unter diesem Strauch antrifft, darf er sie küssen.