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Lavendel
(Lavendula Officinalis Chaix)
Volksname: Hirnkraut, Nervenkräutlein, Narden, Speik


Pflanzenbeschreibung:
Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler.

Die Pflanze wird bis zu 1/2 m hoch.

Die aufrechten Zweige dieses Halbstrauches tragen gegenständig angeordnete graugrüne Blätter. Sie sind lanzettenartig und am Rand eingerollt. Die unteren Blätter zeigen an beiden Seiten eine weißfilzige Behaarung.

Die violetten Blüten stehen in Scheinquirlen, die eine unterbrochene Ähre bilden.
Jeder dieser Scheinquirle besteht aus 6 bis 10 Blüten.

Blütezeit: Juli bis August

Sammelzeit:
Wenn die Blüten sich gerade entfaltet haben, sollte mit der Ernte begonnen werden.
Hierzu werden die Blühtriebe abgeschnitten und dann getrocknet.

Standort/Vorkommen:
Lavendel ist im westlichen Mittelmer heimisch.
Bei uns wird sie in den Gärten gezogen.

Heilwirkung:
Das angenehm duftende ätherische Öl ist der Hauptwirkstoff des Lavendel.
Zusätzlich enthält diese Pflanze Gerbstoffe und Flavonoide.
Übrigens: Für 1 Kg Lavendel-Essenz (Öl) benötigt man ca. 100 kg Blütenstände.

Lavendelblüten wirken beruhigend auf das Zentralnervensystem und auch auf das Nervensystem der Luftröhre.

Der Gerbstoff verleiht der Droge eine stopfende Wirkung bei Durchfällen.

Diese Pflanze wirkt harn- und schweißtreibend und menstruationsfördernd.

Lavendelblüten werden nur noch selten allein in Tee genutzt.
Häufiger gibt man andere Drogen hinzu, die auch das Einschlafen fördern oder strapazierte Nerven beruhigen sollen.

Ein Lavendelbad bekommt Menschen mit zu niedriegem Blutdruck (Hypotonikern) sehr gut. - Sie werden dadurch erfrischt.
Überreizte Menschen werden durch so ein Bad ausgeglichen und entspannter.

Eine Lavendelspiritus-Einreibung (Apotheke) lindert oft Rheuma und Gicht.

Lavendel hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Kopf- und Gliederschmerzen, bei Migräne, Nervenschwäche und Übelkeit.

Pflanzenbotschaft:
"Ich wasch´dich rein."

psychisch-seelische Wirkung:
Lavendelöl läßt eine Atmosphäre von Reinheit, Frische und Ordnung entstehen.

Es vertreibt schlechte Gedanken und böse Geister.

Depressionen lichten sich und die Seele kommt wieder ins Gleichgewicht.

Nebenwirkungen:
Lavendelblüten sind unbedenklich anzuwenden.

Bei innerlicher Anwendung von Lavendelöl ist jedoch VORSICHT geboten!
In größeren Mengen kann es neben Reizerscheinungen in Magen- und Darmtrakt kommen!
Außerdem drohen Benommenheit und Bewußtseinsstörungen!

Lavendeltee sollte man nicht gleichzeitig mit Jod- und Eisenpräparaten einnehmen.


geschichtlich/mystisch:
Lavendel wird als Gabe für die Götter in die Mittsommerfeuer eingestreut.

Als Bestandteil von Liebestränken soll Lavendel Männer anziehen.
Gleichzeitig aber bezeichnete die heilige Hildegard Lavendel als ein Muttergotteskraut, welches übermäßigen Geschlechtstrieb bekämpfen sollte.

Sie wurde wirkungsvoll als Mottenpulver verwendet.

Die Anwendung als Räuchermittel war auch sehr früh bekannt.




                   Rezepturen

                   Bad



50 - 60 g Lavendelblüten werden zusammen mit
1 l Wasser übergossen und dann zum sieden erhitzt.

Nach ca. 10 Min. abseihen und die Flüssigkeit dem Vollbad zugeben.



Tee

2 gehäufte TL Lavendelblüten werden mit 1/4 l heißem Wasser übergossen
und nach 7 Min. abgeseiht.

Mit Honig gesüßt, langsam getrunken, beruhigt der Tee überreizte Nerven.