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Giersch
(Aegopodium Podagraria)
Volksname: Geißfuß, Dreiblatt, Podagrakraut, Gichtkraut


Pflanzenbeschreibung:
Im Griechischen steht "aigos" für die Ziege und "podion" für Füßchen.

Der Giersch gehört zu den Doldengewächsen und Gartenfreunde in ganz Europa kennen ihn als sehr hartnäckiges Unkraut ohne zu wissen, welch hervorragende Heilwirkung in dieser Pflanze steckt.

Es ist eine ausdauernde Pflanze, die zahlreiche unterirdische kriechende Sprossen hat, die jedoch im Gegensatz zu denen der Erdbeerpflanze in etwa 5 bis 10 cm Bodentiefe verlaufen.
So über- oder besser "unterwindet" sie oftmals Gartenwege, Mauern usw.

Lässt man die Pflanzen ungestört wachsen, werden sie bis zu einem Meter hoch.

Der Stengel dieser Pflanze ist hohl und gerieft. Die Blätter sind gefiedert.
Giersch hat winzige, weiße Blüten, die sich zu Dolden zusammensetzen.

Die Achsen der Blätter sind in drei Teile geteilt, wobei jeder Teil wiederum drei Blätter mit gesägtem Rand trägt. Die Oberseite der Blätter sind kahl, die Unterseite dicht behaart.

Der Blütenstand ist eine Dolde, die sich aus 10 bis 20 kleinen Dolden zusammensetzt. Zwei miteinander verbundene länglich-ovale Schließfrüchte stellen die Frucht des Podagrakrauts dar.

Sammelzeit:
Sammelgut sind die Wurzel und die Früchte der Pflanze.

Während die Wurzel im Frühjahr oder Herbst gegraben wird,
werden die Früchte im Juli/August gesammelt.

Hierzu wird der krautige Teil der Pflanze gepflückt, im Schatten getrocknet um dann die Früchte herauszuklopfen.

Standort/Vorkommen:
Giersch wächst auf Ödland, in Gärten und Hecken, an schattigen Straßenrändern und in der Nähe von Gebäuden.
Die Pflanze ist im größten Teil Europas verbreitet.

Heilwirkung:
Mit einem Aufguß dieser Pflanze oder als Kompresse angewendet behandelt man Rheuma und Arthritis, Gelenkschmerzen und Gicht.

Ein weiteres Einsatzgebiet des Giersch sind Blasenerkrankungen, denn Giersch ist harntreibend und entzündungshemmend.

Der Pflanze wird nachgesagt, dass sie schädliche Stoffe, die sich über die Jahre hinweg in den inneren Organen des Menschen und in seinem Fett- und Bindegewebe festgesetzt haben, ausschwemmt.

Der Giersch unterstützt durch seinen hohen Kaliumgehalt zahlreiche Stoffwechselprozesse und leitet das Wasser aus dem Körper aus, ohne dabei den Elektrolythaushalt des menschlichen Organismus anzugreifen.

Äußerlich wird es verwendet bei Verbrennungen, gegen Insektenstiche und bei Hämorrhoiden.

Bei Gicht und Ischias wird das Dreiblatt heute auch innerlich eingesetzt.

Die Einnahme wird auch empfohlen bei Verdauungsproblemen, z.B. Durchfall, bei Übelkeit, starker körperlicher Anstrengung mit einhergehender starker Transpiration und bei einseitiger Ernährung.

Giersch als äußerst vitamin-C-reiches Kraut wird gern in Salaten und Suppen verwendet. Hierzu müssen die jungen Blätter vor der Blüte geerntet werden, ältere Blätter können als Kräutergewürz genommen werden.

Wirkstoffe:
Der Giersch ist ein wertvoller Lieferant von Vitaminen und Spurenelementen.
Die grünen Blätter enthalten besonders viel Vitamin C und Karotin (Vorstufe des Vitamin A); aber auch Eisen, Kupfer, Mangan, Titan und Bor.

Nebenwirkungen:
Der Giersch gehört zu den Doldenblütlern, die bei Hautkontakt zu Reizungen führen können.
Diese werden durch Sonnenbestrahlung noch verschlimmert.


geschichtlich/mystisch:
Im Mittelalter wurde der Giersch in Klostergärten kultiviert. Die Pflanze, dem heiligen Gerhard gewidmet, wird in Großbritanien als "Herb Gerard" bezeichnet.
Man legte die zerquetschten Wurzeln und Blätter auf die schmerzende Stelle auf.
(Heute findet das Kraut seine homöopatische Anwendung bei Arthritis und Rheumatismus.)

Nicolas Culpeper erwähnte das Podagrakraut bereits Mitte des 17. Jahrhunderts in einem Kräuterbuch und vertrat die Auffassung, das schon das Bei-Sich-Tragen die Schmerzen der Gicht lindern helfe.

Auch Tabernaemontanus hat sich Ende des 16. Jahrhunderts mit der Wirkung dieser Pflanze auseinandergesetzt und sie zusätzlich gegen Schmerzen in der Hüfte empfohlen.

Die Pflanze besitzt eine unverwüstliche Lebenskraft. Und diese ist es auch, die sie, nach Hildegard von Bingen, auf uns übertragen kann.

Heilpflanzenkundige des 19. Jahrhunderts empfahlen das Trinken des Gierschtees, gemischt mit Wein gegen den unangenehmen Geschmack bei Arthrose, Ischias und Gicht.

Kräuterpfarrer Künzle brachte die erwähnte Pflanze endgültig wieder in unsere Zeit und empfahl sie auch als Medizin gegen Krampfadern, bei Verstopfungen, Zahnschmerz und Husten.



                   Rezepturen
                   Gierschauflage:


Frische Gierschblätter zu einem Brei zerquetschen und diesen dann auf die schmerzende Stelle geben.
Die Auflage alle 2 Stunden erneuern, dann lassen die Schmerzen bald für längere Zeit nach.