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Augentrost
(Euphrasia Herba/Euphrasia Officinalis)
Vollksnamen: Milchdieb, Herbstblümle oder Hirnkraut
Pflanzenbeschreibung:
Die einjährige Pflanze wird 10 bis 20, selten 30 cm hoch.
Sie ist im oberen Teil stark verästelt, weich behaart und mit eiförmigen Blättern besetzt.
Ihre Blüten sitzen direkt an den Achseln der scharf gezähnten Blätter. Ein auffallendes Merkmal der Blüten ist der gelbe Fleck auf der dreilappigen "Unterlippe".

Der Name "Milchdieb" ist eher weniger bekannt. Er beschreibt jedoch eine wichtige Eigenschaft des Augentrost.
Augentrost (Milchdieb) ist ein Halbschmarotzer, der mit seinen Saugwurzelfasern aus den Wurzeln benachbarter Gräser fertige Nährlösung aufnimmt - eben raubt.

Blütezeit:
Augentrost blüht, je nach Standort, vom Spätsommer bis zum Herbst. (Weshalb manche den Augentrost auch under dem Namen "Herbstblümle" kennen.) In sonnigen Lagen kann Augentrost auch schon ab Juni/Juli blühen.

Standort/Vorkommen:
Augentrost wächst auf Wiesen, Heiden, an Wegrändern und auf trockenen Abhängen und in lichten Wäldern.
Sein Hauptverbreitungsgebiet in Europa ist Mittel- und Süddeutschland, Italien und die Balkanländer.

Heilwirkung:
Der Name "Augentrost" sagt etwas über die heilenden Kräfte dieser Pflanze aus.
Bei vielen Augenerkrankungen/-beschwerden hat sich der Einsatz von Augentrost bewährt.

Der Name "Hirnkraut" läßt ebenfalls auf seine Anwendung schließen. Vielfach findet man noch die Anwendungshinweise: "Augentrost gegen Migräne, bei Hirnhautentzündung, Gedächtnisstörungen, Gehirnerschütterung usw." - Dafür gibt es aber bisher noch keine medizinischen Forschungsergebnisse.
(Ich hab u. a. Augentrost nach meiner Hirntumor-OP angewendet. - Geschadet hat es nicht.)

Anwendungen:
    bei Augenbeschwerden aller Art
    bei Gastritis
    bei Arthrose, Rheuma, Gicht
    bei Prostataleiden
    Verdauungsschwäche
    nervösen Magenbeschwerden
    als Nasenspülung bei Schnupfen
    Erkältung mit Stirnkopfschmerz
    zum Gurgeln bei Halsentzündungen

Wirkeigenschaften:
    entzündungshemmend
    beruhigend
    schmerzlindernd
    stärkt die Abwehrkräfte
Für die Heilzwecke kann man die ganze Pflanze einsetzen. - Außnahme: Die unteren Stengelteile werden nicht verwendet.

Nebenwirkungen:... sind nicht bekannt.
Das BGA (Bundesgesundheitsamt - Kommission E) hält die Wirksamkeit von Augentrost für nicht ausreichend belegt.


geschichtliches:
Den wissenschaftlichen Name Euphrasia, der aus dem Griechischen stammt und soviel bedeutet wie Frohsinn oder Wohlbefinden, versteht man, wenn man sich den Augentrost einmal genau ansieht. - Er hat ein kleines freundliches Gesichtchen.

Die Bauern mochten den Augentrost nicht. Sie sagten ihm nach, dass er den Grasertrag mindere, was wohl aus dem Wissen erwächst, dass er als Halbschmarotzer den Gräsern gelöste Mineralstoffe entzieht.

Im Mittelalter wurde Augentrost rituell verräuchert, um Hellsichtigkeit zu erlangen.

Der Augentrost war bereits im 12. Jh. als Heilpflanze bekannt. Etwa vier Jahunderte später erlangte er als Mittel gegen Gelbsucht große Bedeutung.
Laut Kräuterbücher des 15. Jh. wurde er nicht nur bei Augenbeschwerden, Gelbsucht und Lichtempfindlichkeitb angewandt, sondern auch bei Erkältungskrankheiten .
Pfarrer Sebastian Kneip schätzte Augentrost als magenstärkendes Bittermittel.


   Rezepturen
Tee bei Gastritis und Verdauungsschwäche:
1 TL getr. Augentrost auf eine Tasse Wasser geben. Kurz aufkochen, 2 Min. ziehen lassen und abseihen.
Davon täglich 1-2 Tassen trinken.


Umschläge:Mit dem Tee kann man Umschläge auf die betroffenen Körperstellen machen, wenn man unter Rheuma oder Gicht leidet. Dann aber den Tee nochmals mit einer Tasse kochendem Wasser verdünnen und noch warm auflegen.

Gut sind die Umschläge bei Augenentzündungen und Gerstenkörnern. (Augentrosttee, regelmäßig getrunken, soll die Wirkung von Augentropfen verbessern.)